Gute digitale Erwachsenenbildung braucht interdisziplinäre Teams

Gestern habe ich die Gelegenheit genutzt an dem diesjährigen DIE-Forum Weiterbildung 2020 & Dialog Digitalisierung#04 zum Thema „Digitale Erwachsenenbildung – Qualität und Professionalität“ teilzunehmen.

Angesichts so professionell geplanter und durchgeführter Online-Veranstaltungen verstärkt sich bei mir im ersten Moment der Erwartungsdruck das als Erwachsenenbildnerin auch irgendwann so allein können/leisten zu müssen. Von daher war es eine Erleichterung, dass immer wieder von unterschiedlichster Seite auf die Notwendigkeit multiprofessioneller Teams hingewiesen wurde.

Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer

Es herrschte Übereinstimmung darüber, dass sich die Anforderungen an die Lehrenden bereits gewandelt haben und auch zukünftig noch weiter ändern werden.

Neben der fachlichen Kompetenz sowie einer fachdidaktischen, zielgruppenorientierten Planung werden Fähigkeiten zur Anwendung der Technik sowie die Kenntnis der didaktischen Möglichkeiten digitaler Geräte und Online-Medien zunehmend wichtiger.

Im Hinblick darauf werden sich aber vermutlich nicht alle Probleme über die auf breiter Front geforderte Aus- und Fortbildung der Dozenten lösen lassen. Für die Zukunft ist mit Blick auf die Digitalisierung der Erwachsenenbildung hingegen eher von einer arbeitsteiligen Teamarbeit auszugehen.

Als erster Schritt wurde diesbezüglich beispielsweise die gegenseitige Unterstützung in Internet-Communities thematisiert wie sie während der Corona-Pandemie praktiziert wird. Neben den Aspekten der Informationstechnologie geht es dabei aktuell insbesondere um Fragen der Mediendidaktik.

Technisches Know-how und didaktische Kernkompetenzen

Momentan hängt noch vieles im Bereich der digitalen Erwachsenenbildung vom Pioniergeist und dem Engagement Einzelner ab.

Die Neugier, der Experimentierwille und das Ausprobieren dieser interdisziplinären Grenzgänger wird durch eine neue Fehlerkultur gefördert.

Bezogen auf die Digitalisierung der Erwachsenenbildung befinden wir uns derzeit in einem anhaltenden Anpassungsprozess, der aber nur der Anfang – so etwas wie ein Türöffner für systemische Veränderungen sein kann.

Um mittelfristig verbindliche Qualitätsstandards für die digitale Erwachsenenbildung gewährleisten zu können braucht es neben verlässlicher, intuitiv bedienbarer Technik auch eine Organisationsentwicklung. Die Basis einer solchen „lernenden Bildungseinrichtung“ ist zum einen die angestrebte Arbeitsteilung innerhalb multiprofessioneller Teams und zum anderen Kooperationen über die Grenzen von Bildungsanbietern hinweg.

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